Eine Reise geht zu Ende... (Karmeliterhof Graz: 11.06.2013)

Stimmgewaltig und wie ein Wirbelwind begann der letzte Lesereisetag, der die Wanderausstellung „Leselust – von Anfang an ein Leben lang“ nach 6 Stationen in der Steiermark schließlich nach Graz in den Karmeliterhof brachte: die 2b-Klasse der Praxisvolksschule der Pädagogischen Hochschule Steiermark begrüßte Landesrat Mag. Michael Schickhofer, den „Hausherren“ und Leiter der Abteilung Bildung und Gesellschaft HR Dr. Albert Eigner, die Leiterin der Fachabteilung Gesellschaft und Diversität HRin Mag.a Alexandra Nagl und die erschienenen Gäste mit ihrem von ihren LehrerInnen Sabine Moser-Steyer und Markus Zwitter geschriebenen und komponierten Musical „Debba Fisch – alles KerVEHRT“.

Die jungen MusikerInnen begeisterten das Publikum mit vollem Einsatz und großem, auch schauspielerischen Talent. Radiojournalistin und Medienpädagogin Dr.in Doris Rudlof-Garreis führte wie gewohnt professionell durch die Veranstaltung und entlockte den Musical-DarstellerInnen auch so manches Geheimnis über die doch auch anstrengenden und stressigen Proben für die Premiere am 13. Juni. Große Freude kam auf, als Landesrat Schickhofer "Die Brücke" von Heinz Janisch vorlas und nachspielen ließ.

 

Dem Umstand, dass Lesen in der Familie und ab der Geburt beginnt, tragen die mobilen Bücherkisten des Katholischen Bildungswerks Rechnung: seit Jänner 2013 sind mehrere Bücherkisten mit je 13 besonderen und ausgefallenen Bilder- und Vorlesebüchern für die kleinsten Bücherwürmer von 0 bis 3 in 185 Eltern-Kind-Gruppen unterwegs, wo sie für einen Monat bleiben. Zusätzlich werden Materialien zur Lese- und Sprachförderung sowie Elternbildung angeboten; das Projekt ist ein Kooperationsprojekt mit dem Lesezentrum Steiermark. Ulrike Brantner vom Katholischen Bildungswerk erzählte im Gespräch mit Doris Rudlof-Garreis, wie viel Freude die Bücher den Eltern und Kindern machen und wie sehr die Elternbildungsangebote in der ganzen Steiermark nachgefragt sind.

 

Lesen findet aber nicht nur auf Deutsch, sondern auch in vielen anderen Sprachen statt. Dies wird seit dem heurigen Projektjahr der Leseoffensive Steiermark durch die Bereitstellung von fremdsprachigen Bücherboxen in den Sprachen Türkisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch und Ungarisch unterstützt. Sprache schafft Identität und Integration – auch die Beherrschung der Erstsprache. Um diesen Wert und Sprachschatz von Kindern und Erwachsenen nicht-deutscher Erstsprache zu fördern und zu erhalten, sollte mehrsprachiges Lesen auch im Regelunterricht und in außerschulischen Leseprojekten, etwa in Bibliotheken, seinen festen Stellenwert haben. Dr.in Verena Gangl, Projektleiterin der Leseoffensive Steiermark, wies darauf hin, dass die Bücherkisten kostenlos und für mehrere Monate an diverse Einrichtungen verliehen werden können. Eine Bücherbox wurde am 12. Juni an die Stadtbibliothek Voitsberg durch Landesrat Schickhofer im Rahmen seiner Bezirkstour übergeben; zwei weitere befinden sich schon in Köflach und in Feldbach.

 

Nach der Präsentation ging es aber erst so richtig los: Landesrat Schickhofer besuchte mit den in der Zwischenzeit zahlreich eingetroffenen Klassen und Leseratten die verschiedensten Stationen rund um die Wanderausstellung. So konnten die SchülerInnen nicht nur diese, sondern auch am Stand von „Logo – Jugendinfo“ eine Book-Crossing Station inklusive Schätzspiel besuchen, sich mit Doris Rudlof-Garreis als BücherreporterInnen betätigen und das Portal „Ohrenklick“ kennenlernen, sich mit Theresa Petritsch von der Jugendliteraturschreibwerkstatt von den eigenen Schreibtalenten überzeugen oder bei Mag.a Silvia Maierhofer von Labuka regional/Lesezentrum Steiermark in die fantastische Welt des Bilderbuchkinos zu „Pippilothek??? Eine Bibliothek wirkt Wunder“ abtauchen. Außerdem gab es die Möglichkeit, bei „Ludovico“, dem Österreichischen Institut für Spielkultur und Spielpädagogik, einen Spielfinder-Workshop zu absolvieren, wo Spielanleitungen für schon bekannte Spiele geschrieben werden mussten, oder bei der Station des Katholischen Bildungswerks die Faszination Wimmelbuch, die für Groß und Klein gleichermaßen groß ist, zu erleben.

 

Der ganze Karmeliterhof blieb jedenfalls bis zum Nachmittag erfüllt von Begeisterung, Leselust und vielen gespannten Kinder-Augen und -Ohren! Dass Lesen ein Abenteuer ist, war durchgängig spür- und erlebbar. Die Wanderausstellung selbst kommt nun ein wenig zur Ruhe, um Kraft zu schöpfen für ihre weiteren Aufgaben ab Herbst… ein tatsächliches Ende ist also noch lange nicht in Sicht!

 

Leselust – spürbar auch in der Obersteiermark! (StB Liezen: 08.05. bis 10.06.2013)

Der sechste Lesereisetag führte Landesrat Mag. Michael Schickhofer und sein Team zur vorletzten Station der Wanderausstellung „Leselust  - von Anfang an ein Leben lang“ in der Steiermark: in die Stadtbibliothek Liezen. Die Bibliothek besticht nicht nur durch ihre Lage im Bundesschulzentrum als gemeinsame Schul- und Öffentliche Bibliothek, sondern auch durch ihren großen Bestand von 35.000 Medien, der sie zur Stützpunktbibliothek des Literaturnetzwerkes Ennstal macht.

 

Das große Engagement der Leiterin Andrea Heinrich und ihrer acht MitarbeiterInnen bekam man auch beim Auftakt zur Wanderausstellung in Liezen zu spüren: Dr. Wolfgang Moser, Direktor des Lesezentrums Steiermark, zeichnete gemeinsam mit Landesrat Schickhofer die Bibliothek mit dem Bibliotheksgütesiegel BIBLIO aus, die Volksschule Liezen, die mit der Bibliothek eng kooperiert, präsentierte ihr Leseprojekt und verkündete: Lesen macht Spaß!

MaturantInnen der HAK Liezen stellten ihren „Let’s improve our language! Library Day & Workshop“ vor, den sie mit jüngeren SchülerInnen durchgeführt haben. Sogar gerappt wurde und bevor die Wanderausstellung offiziell eröffnet wurde, durften die zahlreich erschienenen Gäste – darunter der Liezener Bürgermeister Mag. Rudolf Hakel und Vizebürgermeisterin Roswitha Glashüttner sowie der Neo-Bürgermeister von Rottenmann Klaus Baumschlager, Bezirkshauptmann Dr. Josef Dick, Direktor der BHAK/BHAS Liezen und damit Hausherr Ing. Mag. Josef Ahornegger – das selbstgeschriebene Kindermusical über Freundschaft, „Spoo“, der Schülerinnen der BAKIP Liezen genießen.

 

Im Ausseerland ging die Reise weiter, wo den BesucherInnen an der HS Bad Mitterndorf von Dipl. Päd. Hannes Preßl eine beeindruckende Schulstunde zum Thema Medienkompetenz und Arbeit mit Zeitungsartikeln im Unterricht präsentiert wurde, an der gleich alle mitwirkten und mit den SchülerInnen gemeinsam aktiv arbeiteten. Themen wie Agenda-Setting, Headlines und verschiedene Besonderheiten der medialen Berichterstattung in Printmedien wurden besprochen und in Kleingruppen erarbeitet, Hannes Preßl, der sich schon jahrelang um „ZiS – Zeitung in der Schule“ sowie diverse andere Projekte zur Lesemotivation (www.lesemotivation.at) im Schulbezirk Gröbming – in enger Zusammenarbeit mit dem Bezirksschulrat, der auch durch Frau BSI VB Waltraud Köberl vertreten war – und in ganz Österreich verdient gemacht hat, ermöglichte so nicht nur den SchülerInnen, sondern auch Landesrat Schickhofer und allen Anwesenden neue spannende Einblicke hinter die Kulissen des Mediums Zeitung.

 

Mit dabei war auch der beliebte Jugendbuchautor Walter Thorwartl, der als Lesebotschafter der „Leseoffensive Steiermark“ fungiert. Er berichtete im Interview mit Radiojournalistin und Medienpädagogin Dr.in Doris Rudlof-Garreis von seiner Arbeit als Autor und den Vorteilen, die sich ergeben, wenn man zeitgleich auch Lehrer und damit nah an der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen ist.

Den Abschluss des Lesereisetages durch die Obersteiermark bildete der Besuch in der Öffentlichen Bibliothek Lassing, die seit 1991 fester Bestandteil des Lebens im Ort ist. Gemeinsam von Gemeinde und Pfarre erhalten und namentlich durch Helga März, Sarah Maschek und Pfarrmitarbeiterin Theoline Blaschke betreut, bietet die Bibliothek mit 7000 Medien und beachtlichen Umschlagszahlen eine Vielzahl an Besonderheiten: so bestehen extra Öffnungszeiten für Kindergarten und Schule sowie eine Kooperation mit den touristischen Betrieben in Lassing, deren Gäste während ihres Aufenthalts kostenlos in der Bibliothek entlehnen können, es finden Sprachkurse in der Bibliothek statt und Eltern können sich für ihre Kindergeburtstagsfeiern einen Themenkoffer mit Spielen, Büchern und Materialien ausborgen – Landesrat Schickhofer zeigte sich begeistert von dieser Idee! Bürgermeister Friedrich Stangl führte die BesucherInnen schließlich in den Kindergarten, wo dessen Leiterin Angelina Stadlmann und ihre Mitarbeiterin Hermine Loreth mit Unterstützung einiger anwesender Kinder stolz den neu gestalteten Lesebereich präsentierte, der mit Büchern der Bibliothek bestückt ist. Landesrat Schickhofer las „Die Brücke“ von Heinz Janisch vor und ließ die Kinder die Geschichte gleich nachspielen, was auf große Freude stieß.

 

Alle besuchten Einrichtungen und ihre engagierten ProtagonistInnen bewiesen wieder eindrucksvoll, wie gelungene Leseförderung, die vor allem eines: Spaß am Lesen vermittelt, gestaltet werden kann. Wir freuen uns auf den letzten Lesereisetag, wenn die Wanderausstellung, die ebenfalls genau dies im Blick hat, nach Graz kommt (11. Juni)!

 

Hinauf ins Obere Murtal - die Lesereise geht weiter! (StB Fohnsdorf: 08.04. bis 06.05.2013)

Landesrat Mag. Michael Schickhofer besuchte die Wanderausstellung „Leselust“ in der Öffentlichen Bibliothek Fohnsdor!

Bereits am 10. April übersiedelte die Leselust-Wanderausstellung in die Gemeinde- und ÖGB-Bücherei Fohnsdorf. Diese Bibliothek zeichnet sich vor allem durch ihre besondere Lage aus: Sie ist im Ärztehaus untergebracht und sorgt dort für das geistige Wohlergehen der Bevölkerung von Fohnsdorf und den umliegenden Gemeinden.

 

Landesrat Mag. Michael Schickhofer und Bürgermeister Johann Straner zeigten sich begeistert, nicht nur von der Wanderausstellung, die nun nach Stationen in Voitsberg, Bad Radkersburg, Kapfenberg und Hartberg bis Anfang Mai in Fohnsdorf zu erleben ist, sondern auch vom Engagement der beiden Bibliothekarinnen Maria Ecker und Doris Pichler.

 

Kinder der Volksschulen Fohnsdorf und Dietersdorf sind mit ihren Lehrkräften regelmäßig Gast in der Öffentlichen Bibliothek Fohnsdorf. Der Chor der Fohnsdorfer Volksschulkinder umrahmte den Besuch der Gäste. Die Kinder der Volksschule Dietersdorf berichteten szenisch vom Projekt „Lesekaiser – Lesekaiserin/Lesekönig – Lesekönigin/Leseprinz – Leseprinzessin“: Alle Kinder führen ein Lesetagebuch mit teilweise weit über 100 Bucheinträgen und werden für ihre Leseerfolge regelmäßig von Bürgermeister Straner geehrt und geadelt. Dr.in Rudlof-Garreis führte als Moderatorin durch das Programm und stellte auch ihr lesepädagogisches Bibliotheksprojekt Ohrenklick vor.

Kaum war das offiziell Programm zu Ende hörten und lasen sich die Kinder gemeinsam mit Landesrat Schickhofer durch die Geschichten der Wanderausstellung „Leselust“.

 

In der BAKIP Judenburg werden seit fast 40 Jahren Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen ausgebildet. Derzeit besuchen rund 150 junge Menschen von 15 bis 19, darunter 7 Burschen, diese Schule. Im Gespräch mit Landesrat Schickhofer drückten Dir. Mag. Otto Scheucher und Astrid Schmied, Abteilungsvorständin und Leiterin des Übungskindergartens, den Wunsch aus, dass auch die pädagogische Ausbildung für die Alterstufe der Kindergartenkinder aufgewertet und an einer Einrichtung mit Matura als Eingangsniveau  erfolgen möge. Landesrat Schickhofer verwies auf dienstrechtliche und vor allem finanzielle Restriktionen. Im Übungskindergarten, der nach Montessori-Prinzipien geführt wird, steht Sprach- und Leseförderung im Vordergrund. Schülerinnen und Schüler gewährten bei Proben für „A Tribute to Colours of Music Einblick in die Vorbereitung für das Musik- und Tanzevent der Schule.

 

Im Gymnasium Knittelfeld zeigte der langjährige Schulbibliothekar Mag. Harald Gordon, wie Bücher für 13- bis 15-Jährige im Deutschunterricht bearbeitet werden können. Die Beschäftigung mit Büchern reicht - aufbauend –vom Schreiben von Zusammenfassungen oder Buchbesprechungen bis hin zum Einnehmen eines Standpunkts einer im Buch vorkommenden Person oder szenischen Darstellungen. Zwei Schülerinnen der fünften Klassen präsentierten Beispiele der kritischen Beschäftigung mit Bilderbüchern, also mit Literatur, für die sie eigentlich schon zu alt sind. Es wurde analysiert, wie schwierige schmerzhafte Themen, z.B. Tod des Großvaters, Kindern im Vorschulalter literarisch näher gebracht werden. Im Computerraum der Mediathek konnte Landesrat Schickhofer sehen, wie das Lesen und Gestalten am Computer, auch in Formen von Blogs und Webradiobeiträgen, Teil des modernen Lernens ist. Ein Minikino ergänzt die multimediale Ausstattung dieser Schule.

 

Abschließend überreichte Dr. Wolfgang Moser, Direktor des Lesezentrums Steiermark, Herrn Prof. Mag. Harald Gordon eine Urkunde, in dem ihm für die langjährige Leitung der Mediathek seitens des Österreichischen Bibliothekswerks und des Lesezentrums Dank und Anerkennung ausgesprochen wird. Harald Gordon ist seit langem dreifacher Grenzüberschreiter: Bibliotheken sind für nicht nur aus Papier, jährlich präsentiert er mehr Ideen als verwirklichbar sind und neben seiner Karriere als Leser ist er auch Autor einiger Jugend- und Lyrikbücher.

 

Auch im Ganztageskindergarten Dietersdorf unter der Leitung von Alexandra Reiter ist Lesen integrativer Bestandteil des Tages- und Jahresablaufs. Alle Eltern werden z.B. gebeten, regelmäßig im Kindergarten und natürlich auch zu Hause vorzulesen. Jedes Kind hat ein von der eigenen Familie gestaltetes Wohlfühlbuch mit Bildern und anderen Erinnerungen aus dem Familienleben, das die Kleinen in schwierigen Phasen trösten und erleichtern kann. Geburtstagskinder dürfen sich Wunschbücher aus der Bibliothek ausborgen.

 

Zuguterletzt besuchte Landesrat Schickhofer die Stadtbibliothek Judenburg unter der Leitung von Ines Eder. Die Bibliothek ist in Kooperation mit der Urania Knittelfeld Wissenstankstelle und Ort der Begegnung. Theresa Petritsch, ehemalige Teilnehmerin der Jugendliteraturwerkstätte und eine elfjährige Jungautorin lasen ausgezeichnete Texte, bevor ein langer fünfter Lesereisetag zu Ende ging.

 

Vierter Halt: Stadtbibliothek Hartberg (6.3. bis 8.4.2013)

Bunter Lesereisetag durch die Oststeiermark!

 

Mit einem Feuerwerk an Engagement und tollen Einzelprojekten präsentierte sich die Region Oststeiermark bei der vierten Station der Lesereise „Leselust – von Anfang an ein Leben lang“ mit Bildungslandesrat Mag. Michael Schickhofer.

 

Zum Auftakt wurde die Wanderausstellung in der Stadtbibliothek Hartberg eröffnet, Bibliotheksleiterin Mag.a Susanne Förster mit dem Bibliotheksgütesiegel „BIBLIO“ für ihre herausragende Bibliothek sowie ihre langgedienten Mitarbeiterinnen mit einem Blumegruß für ihr Engagement von Landesrat Schickhofer und dem Hartberger Bürgermeister Karl Pack ausgezeichnet. Der Chor der VS Kernstock sang auf steirisch und vier Jung-Autorinnen der Literaturwerkstatt Graz unter der Leitung von Georg Petz beeindruckten mit ihren selbstgeschriebenen Kurzgeschichten. Schlussendlich besuchte Landesrat Schickhofer gemeinsam mit SchülerInnen der VS Ressavar die Wanderausstellung mit großer Begeisterung.

 

In der HS St. Ruprecht/Raab hatten im Anschluss die SchülerInnen der 4b wiederholt die Gelegenheit, ihr im letzten Schuljahr im Rahmen der „Leseoffensive Steiermark“ durchgeführtes Schreibprojekt „Krimi macht Schule“ (http://www.leseoffensive.st/index.php?id=77 ) vor großem Publikum zu präsentieren. Neben Bürgermeister Herbert Pregartner war auch Günter Neuwirth, weststeirischer Krimi-Autor und Schriftsteller sowie Schreibtrainer besagter Klasse für „Krimi macht Schule“, anwesend und unterstützte mit Klassenlehrerin Maria Schunko die Jugendlichen beim Vorlesen und pantomimischen Darstellen ihres spannenden Krimis „Das Geheimnis um den roten Schal“. Musiker und Lesebotschafter der Leseoffensive Leo Aberer begeisterte die Jugendlichen mit seinem Auftritt so sehr, dass er sich nach dem Geschichten-Bingo mit ihm, Landesrat Schickhofer und den anwesenden Jugendlichen, die gar nicht mehr aufhören wollten, spontan von den beiden eine gruselige Geschichte erzählt zu bekommen, viel Zeit für Fotos und Autogramme nehmen musste.

 

Das Eltern-Kind-Zentrum Gleisdorf mit seiner Leiterin Ulrike Tavs bewies durch eine umfangreiche Präsentation und Vorstellung der Tätigkeiten, dass man auch mit den Kleinsten innovative Leseschwerpunktprojekte machen kann und die Englischgruppe des EKIZ spielte und las gemeinsam mit Native Speaker Fiona Ender das unterhaltsame englische Theaterstück über einen turbulenten Flug über das berüchtigte Bermudadreieck.

 

In der Gleisdorfer Buchhandlung Plautz rund um Geschäftsführer Claus Schwarz und sein Team, die 2010 mit dem ajv-Kinderbuchhandlungspreis in Leipzig für die „Kreativste Kinderbuchhandlung im deutschen Sprachraum“ ausgezeichnet wurde und als eine der engagiertesten Buchhandlungen in Österreich sowie bestens vernetzt mit den steirischen Bibliotheken bezeichnet werden kann, wurde es schließlich richtig verbrecherisch: die beliebte Kinderbuchautorin und Lesebotschafterin Karin Ammerer stellte gemeinsam mit Landesrat Schickhofer und ihren Ratekrimis rund um Inspektor Schnüffel die detektivischen Geschicke der anwesenden Kinder auf die Probe: drei knifflige Kriminalfälle mussten in zwei gegeneinander antretenden Teams gelöst werden. Keine leichte Aufgabe, aber die Fälle wurden hochkonzentriert gelöst und zur Belohnung freuten sich die Kinder über ihre eigenen Detektivausweise und Inspektor Schnüffel-Bücher als Geschenk.

 

Den Abschluss fand der intensive Lesereisetag in der Öffentlichen Bibliothek Nitscha, einer ausschließlich ehrenamtlich geführten Bibliothek, die jedoch durch eine Vielzahl an literarischen und Leseprojekten beeindruckt: neben intergenerationellen Projekten, Literaturkreisen, Erzählcafés und Lesungen finden auch regelmäßig Bookstart-Aktivitäten unter dem Namen „Das große Krabbeln“ für die allerkleinsten EinwohnerInnen der Gemeinde mit ihren Eltern/Großeltern statt; an einer solchen Einheit durften die Lesereisenden teilhaben und ließen sich abschließend von Bertram Riegler, Leiter der Bibliothek, und Bürgermeister Peter Schiefer über die Herausforderungen einer ehrenamtlichen, mittelgroßen Bibliothek berichten. Landesrat Schickhofer zeigte sich begeistert von den vielen bunten Aktionen und versicherte, sich besonders auch unter dem Aspekt der Gemeindezusammenlegungen für die Förderung und Anerkennung von Freiwilligen- und Ehrenamtlichenarbeit sowie den Fortbestand der Bibliotheken bzw. die sinnvolle Nutzung von Synergien im Bibliotheksbereich einzusetzen.

 

 

Dritte Station: Stadtbibliothek Kapfenberg (30.01.-01.03.2013)

„Lesen fürs Leben“ – so lautet das Motto des Projekts, dessen Vorstellung den Auftakt zur dritten Station der Lesereise im Mürztal darstellte. Neo-Bildungslandesrat Mag. Michael Schickhofer zeigte sich wie das ebenso zahlreich im Kulturzentrum Kapfenberg erschienene Publikum beeindruckt von den (ausschließlich männlichen) Schülern der BHAK Eisenerz, die ihre Texte und Reflexionen zum Thema Arbeit sowohl literarisch als auch in Form eines Rap-Gesangs und eines Filmes gemeinsam mit ihrem Lehrer Prof. Manfred Tschuchnig sowie der Initiatorin und Lesepatin Christine Brunnsteiner (Verein WIR FÜR UNS) in kurzweiliger und selbstbewusster Art präsentierten.

 

Helmut Schlatzer, Leiter der Stadtbibliothek Kapfenberg, führte durch die Wanderausstellung und bot einen spannenden Einblick in das ständig wachsende Projekt „Leseabenteuer zwölf 13", das in Kooperation mit dem Europa-Literaturkreis Kapfenberg ins Leben gerufen wurde und Kinder zum Lesen begeistern will – durch LesepatInnen, einen Lesepass, um die gelesenen Bücher einzutragen oder Büchertheater- bzw. theaterpädagogische Veranstaltungen wie von „Theater-Baum-Schere“ (http://theater-baum-schere.com/), die leseanimatorisch wirken.

 

Als best-practice Beispiel bewies die Volksschule Mitterdorf, wie Leseförderung in der Schule auch gestaltet werden kann: das Projekt „Erlesen“, wesentlich initiiert durch Bezirksschulinspektor Ferdinand Paller und koordiniert von Waltraud Calvi-Hatz, bedeutet Zeit miteinander und Büchern zu verbringen, im „Zirkuszelt“, der liebevoll umgestalteten Schulbibliothek, die nicht nur Kinder sofort zum Verweilen einlädt. Mehrere Lesepartnerinnen an verschiedenen Schulen befassen sich wöchentlich mit schwächeren SchülerInnen und fördern gezielt in kleinen Gruppen über drei Monate hinweg. Der Erfolg kann sich nach einem Jahr sehen lassen: die Leseleistung der teilnehmenden Kinder stieg. Die Freude der SchülerInnen, die auch ihr musikalisches Talent unter Beweis stellten, war groß, als sie nicht nur mit Lesepartnerin Barbara Kurz eine solche Einheit vorführen durften, sondern auch, als Landesrat Schickhofer lebhaft das von seiner Tochter mitgegebene Buch „Die Brücke“ von Heinz Janisch vorlas. Selbiges tat er bei den Stadtwerken Mürzzuschlag, die mit ihrer Teilnahme an „Steiermark liest vor“ ihre Mitarbeiter zum Vorlesen motivieren wollen. Die Kindergruppe verpackte mit dem Landesrat die Geschichte von gleich spontan in ein Stehgreif-Theaterstück, was für großen Unterhaltungswert sorgte.

 

Am Nachmittag fanden sich beim Netzwerktreffen mehr als 30 KooperationspartnerInnen der Region und der Stadtbibliothek Mürzzuschlag ebendort ein. Mit der Leiterin der Stadtbibliothek Petra Bauer, weiteren BibliothekarInnen sowie VertreterInnen von Lebenshilfe, der KAGES Mürzzuschlag und Mariazell, der Eltern-Kind-Gruppe, städtischen Schulen, Kindergärten, Horten oder dem Lesezentrum Steiermark u.v.m. diskutierten Landesrat Schickhofer, Radiojournalistin und Medienpädagogin Doris Rudlof-Garreis, Lesebotschafterin und Autorin Christine Brunnsteiner, Bezirksschulinspektor Ferdinand Paller, Lesepartnerin und VS-Lehrerin Barbara Kurz, der Direktor der VS Mürzzuschlag Hans Deininger sowie „Lese-Opa“ und Bürgermeister a.D. Walter Kranner unter der Moderation von Martina Grötschnig, Referatsleiterin Gesellschaft und Generationen, zur Wichtigkeit von frühzeitiger Leseförderung und Elternarbeit, aber auch zur Bedeutung von Lesebegleitung älterer und alter Menschen beispielsweise in häuslicher Pflege, zur Zusammenarbeit und Nutzung von Synergien verschiedenster Institutionen, der Professionalisierung von BibliothekarInnen sowie der generellen Rolle von Bibliotheken in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung.

Einig wurden sich alle Beteiligten schnell: das Buch zum Angreifen und Anschauen, stellt nach wie vor die „Einstiegsdroge“ in die Welt der Sprache, der Fantasie, der Bilder, der Liebe zum Lesen dar und kann nicht so einfach durch ein ebook ersetzt werden. Nichtsdestotrotz kommt den Bibliotheken künftig vermehrt die Aufgabe zu, Schritt zu halten und elektronische Medien anzubieten. Landesrat Schickhofer fasste zusammen: wenn wir für das Lesen insgesamt faszinieren wollen, brauchen wir alle Arten von Medien. Die Gleichung lautet: Lesen = Bildung = Wert und bekommt noch mehr Gewicht, wenn man unter Bildung auch Persönlichkeitsentwicklung versteht. Gerade hier entfaltet Lesen sein enormes Potential.

 

 

Zweiter Halt: Öffentliche Bibliothek Bad Radkersburg (4.12.2012-28.1.2013)

Die Lesereise geht weiter! – Die Wanderausstellung „überweihnachtet“ in Bad Radkersburg

 

Musikalisch von der Schulband „Music & Voice“ umrahmt gestaltete sich der Auftakt zur zweiten Station der Lesereise „Leselust – von Anfang an ein Leben lang“ in der Öffentlichen und Schulbibliothek im BORG Bad Radkersburg am 4. Dezember 2012. Nach dem großen Erfolg und beeindruckenden BesucherInnenzahlen in der Stadtbibliothek Voitsberg steht nun bis Ende Jänner die Wanderausstellung den Süd-OststeirerInnen zur Verfügung und lädt zum Schmökern, Hören und Verweilen ein.

Die Besonderheit der kombinierten Bibliothek, die diesbezüglich eine Vorreiterrolle in Österreich einnimmt, wird dem Ziel der Ausstellung, Jung und Alt, Groß und Klein für das geschriebene und gehörte Wort zu begeistern, entgegenkommen. Landesrätin Elisabeth Grossmann, die Bibliothekarinnen Ulrike Bele-Zechner und Elisabeth Novak, Direktor Eduard Fasching, Direktor a. D. Johann Wieser, die Bürgermeister von Bad Radkersburg, Josef Sommer, und Bad Radkersburg-Umgebung, Heinrich Schmidlechner, die eingeladene Schulklasse des BORG sowie alle BesucherInnen der Ausstellungseröffnung zeigten sich begeistert über die Lesung der vier JungautorInnen aus der „Jugend-Literatur-Werkstatt Graz“, die mit ihrem Schreibtrainer Martin Orth nach Bad Radkersburg gekommen waren und einige Kostproben aus ihren Werken zum Besten gaben.

Radiojournalistin und Medienpädagogin Doris Rudlof-Garreis präsentierte ihr Bücher-ReporterInnen-Projekt „Ohrenklick“, welches nun auch in der Bibliothek Bad Radkersburg stattfinden wird und Landesrätin Elisabeth Grossmann betonte in der Pressekonferenz die Wichtigkeit von Lese- und Medienkompetenz angesichts erschreckender statistischer Zahlen zur Lesefähigkeit von Kindern und Jugendlichen.


Im Kindergarten Wagna wurde anschließend demonstriert, dass schon bei den Kleinsten Bücher, Geschichten, Lesen und Schreiben groß geschrieben wird – so wurde die Kindergartengruppe rund um Brigitte Hütter kürzlich mit ihrem Projekt „Es gibt so Tage, da denk ich mir einfach Geschichten aus. Philosophieren mit Kindern“ zu Heinz Janischs Buch „Es gibt so Tage…“ auf die Shortlist des PHILIPP Lese-Awards des Österreichischen Buchklubs der Jugend gesetzt. Ein eigenes Buchstabenzimmer bereitet zudem optimal auf den Schuleintritt und eine positive Einstellung zum Lesen vor!


Den inhaltlichen Abschluss des zweiten Lesetour-Tages bildete erneut ein Netzwerktreffen im Bildungshaus Retzhof. Direktor Joachim Gruber präsentierte das Bildungshaus als vielfältigen Ort der Lese- und Schreibförderung, in dem unter anderem die ersten Ausgaben der renommierten Zeitschrift „Lichtungen“ gedruckt wurden. Heute vermitteln regelmäßig SchreibtrainerInnen und AutorInnen in Erzählwerkstätten und Kursen Jugendlichen und Erwachsenen Grundlagen des (autobiographischen) Schreibens. Gemeinsam mit UniT Graz werden seit fast zehn Jahren der Retzhofer Dramapreis und der Literaturpreis vergeben.


Am Netzwerktreffen, das von Doris Rudlof-Garreis professionell moderiert wurde, nahmen diesmal insbesondere zahlreiche VertreterInnen der nahen Umgebung teil: Bürgermeister Peter Sunko und Gemeindekassier Heinz Pieberl, MitarbeiterInnen des Eltern-Kind-Zentrums Wagna und des vom Buchklub ausgezeichneten Kindergartens. Stark vertreten war auch die Neue Mittelschule Lebring-Sankt Margarethen unter der Leitung von Direktor Johann Kießner-Haiden, in deren Räumlichkeiten eine kombinierte Öffentliche und Schulbibliothek entsteht. Eine Besonderheit der an dieser Schule vorbildhaft organisierten Freiarbeit ist die tägliche Leseviertelstunde. Frau Monschein, die Vertreterin des Katholischen Bildungswerks für Eltern Eltern-Kind-Gruppen in der Südsteiermark, betonte die Wichtigkeit von vielfachen und möglichst regelmäßigen Besuchen der Kleinkinder in Bibliotheken. Der versierte Lesebotschafter und Autor Viktor Ziegler erwähnte die oft mangelnde Vorbildwirkung von Vätern und forderte ein besseres und überregionales Marketing von Bibliotheken und anderen Institutionen der Leseförderung. Mit ihrem Projekt „Ohrenklick“, kurzen Hörbeiträge zu Büchern und Leseerlebnissen, möchte die Medienpädagogin Rudlof-Garreis Kindern nachhaltige Leselust vermitteln. Die überregional tätigen Institutionen Jugend-Literatur-Werkstatt Graz (Martin Ohrt) und Service Center für Leseförderung des Fachverbandes Buch- und Medienwirtschaft der Wirtschaftskammer Steiermark (Alexandra Pichler) stellten ihr Angebot vor.


Abschließend fasste Bildungslandesrätin Elisabeth Grossmann zusammen, dass die häufig ehrenamtlichen MitarbeiterInnen der Leseförderung, zum Beispiel BibliothekarInnen und LesepatInnen, professionelle Unterstützung benötigen, um öffentlich wahrgenommen zu werden und ihre Potentiale voll auszunützen. Das Ehrenamt sei ein Garant für integrative und generationenübergreifende Arbeit. Genauso wichtig ist eine Gemeindegrenzen überschreitende Herangehensweise oder auch die Kombination von Schul- und Öffentlicher Bibliothek, die in ländlichen Regionen größere Medienangebote sichern kann. Mit der Aktion „Die Steiermark liest vor“ möchte sie über Betriebe die Väter erreichen und sie in ihrer Vorbildfunktion – vor allen für die Buben –  stärken. Zuletzt beklagte sie das Problem phrasenhaft verkürzter Sprache, wie sie leider häufig bei nicht nur bei Kindern, sondern auch in der Politik und bei JuristInnen zu finden sei.

Erste Station: Stadtbibliothek Voitsberg (7.11.-3.12.2012)

„Ich lese, also bin ich!“


… mit diesem Ausspruch schloss Autor Viktor Ziegler sein Statement zur Bedeutung des Lesens im Rahmen des Auftakts der Lesereise „Leselust – von Anfang an ein Leben lang“ unter der Ägide von Landesrätin Mag. Elisabeth Grossmann und unter Mitwirkung des Lesezentrum Steiermarks sowie des Referats Gesellschaft und Generationen am 7. November 2012. Die Lesetour, die in der Stadtbibliothek Voitsberg ihren Ausgang nahm, bei der Bildungseinrichtung „Akzente“ in Voitsberg weitergeführt wurde und schließlich in der Öffentlichen Bibliothek und Schulbibliothek St. Johann-Köppling ihren Abschluss in einem Netzwerktreffen fand, wird die Landesrätin in den kommenden Monaten in 6 weitere Regionen der Steiermark führen.


Im Mittelpunkt der Lesereise steht die Wanderausstellung, liebevoll gestaltet vom Grazer Kindermuseum FRida&freD, durch die man sich über bunte Themen-Teppiche in unterschiedliche Lese- und Vorlesewelten begibt: bei der Reise durch die Geschichten wird dem/r Besucher/in – ob Leseanfänger/in, Volksschulkind, Jugendliche/r oder Erwachsene/r – abwechselnd über einen Kopfhörer und interaktiven Lesestift vorgelesen bzw. wird zum Selberlesen einzelner Textpassagen eingeladen. Zur Ausstellungseröffnung in der Stadtbibliothek Voitsberg, die durch das eingespielte Bibliotheksteam rund um Brigitta Sturm so engagiert ermöglicht wurde, kamen neben Vertretern/innen aus Politik und Presse auch rund 60 Schülerinnen und Schüler der NMS Edelschrott und Bärnbach, die neugierig die Lese-Teppiche und Geschichten erkundeten. Zuvor aber stellten einige Schülerinnen aus Edelschrott ihr innovatives Lesekisten-Projekt vor, der Chor gab das ABC-Lied zum Besten und die Schülerin Katja Baumgartner, die beim Story Award 2011 prämiert wurde, las gemeinsam mit ihren Schulkollegen/innen die von ihr verfasste Geschichte mit verteilten Rollen dem gespannt zuhörenden Publikum vor.

Lustig bzw. gruselig wurde es, als Landesrätin Grossmann gemeinsam mit Krimiautorin Isabella Trummer und Viktor Ziegler, die beide gleichermaßen als Lesebotschafter/innen der „Leseoffensive Steiermark“ fungieren, spontan eine gruselige – so die Vorgabe der Schüler/innen – Geschichte mithilfe von Reizwörtern, die die Jugendlichen auf bunten Kärtchen in die Luft hielten, verfassen musste.

 

Bei „Akzente – Zentrum für Gleichstellung und regionale Zusammenarbeit“ in Voitsberg traf Landesrätin Grossmann gemeinsam mit den Vertreter/innen des Lesezentrums und des Fachteams […] schließlich auf das Team von Dorothea Sauer, um sich über die Bedeutung von Lesekompetenz speziell bei bildungsbenachteiligten und leseungewohnten Frauen, der Hauptzielgruppe von „Akzente“, auszutauschen. Das Treffen eröffnete allen Beteiligten spannende neue und vor allem direkt aus der Praxis stammende Einblicke in die Herausforderungen, die sich immer dringlicher für Bildungs- und Gesellschaftspolitik und daher nicht zuletzt auch für Bibliotheken stellen, wenn sie ihren Bildungsauftrag wahr- und ernstnehmen wollen: Bildungsbenachteiligung muss als „tickende Zeitbombe“ erkennen und alle Menschen zu gesellschaftlicher Teilhabe und lebenslangem Lernen ermutigen und befähigen. Die Förderung sinnerfassenden Lesens spanne sich hier, so „Akzente“-Geschäftsführerin Sauer, wie eine Querschnittsmaterie über ihre vielen Aktivitäten und Projekt-Schienen, die vor allem niederschwellig und angstabbauend Frauen erreichen und zu Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen motivieren wollen: ohne Lesekompetenz keine verantwortungs- und zielführende Nutzung des Computers, des Internets; kein Ausfüllen eines amtlichen Formulars; kein Schreiben von Bewerbungen; kein entspannendes Lesen eines Romans etc.

Den inhaltlichen Abschluss des ersten Lesetour-Tages bildete ein Netzwerktreffen mit den Lesebotschafter/innen Viktor Ziegler und Moderatorin und Autorin Christine Brunnsteiner, mit Wolfgang Moser, Direktor des Lesezentrum Steiermarks und damit Kenner des steirischen Bibliothekswesens, der Projektleiterin der Leseoffensive Steiermark und Leseexpertin Verena Gangl, Pädagogen/innen aus Schule und Kindergarten, Bibliothekaren/innen, Schuldirektoren, Buchhändlerinnen, Gemeindevertretern und Interessierten aus der Region. Die von Martina Grötschnig geleitete, lebhafte Diskussion über Lesevorlieben von Kindern und Jugendlichen, Lesemotivation in Familie und Schule, Vorbildwirkung von Eltern, frühzeitigem Vorlesen und Erzählen sowie best-practice-Beispielen wie z. B. mehrsprachiges Vorlesen von Eltern nicht-deutscher Muttersprache als großartige Bereicherung des Kindergartenalltages und Beitrag zum interkulturellen Dialog war kaum zu bremsen und zeigte einmal mehr, dass nur durch ein vernetztes und ganzheitliches Vorgehen und Denken, durch die Zusammenarbeit aller mit dem Lesen und mit Bildung befassten Organisationen und Projektinitiativen sowie unabdingbar durch Eltern, Großeltern, (ehrenamtliche) Bibliothekare/innen, Bildungsinstitutionen von der Kinderkrippe an, außerschulische Jugendarbeit, Politik etc. letztlich „Lesegenuss und damit Leselust“ (Buchhändlerin aus Köflach) in den Heranwachsenden geweckt werden können. Nur wenn Lesen als sinnvoll, Spaß machend und gewinnbringend vermittelt werden kann und erlebt wird, werden Kinder gerne lesen, eine bessere Lesekompetenz aufweisen und Lesen auch als wichtigen und lustvollen Bestandteil ihres persönlichen und beruflichen Lebens erkennen!


Und da Vorlesen und Erzählen auch das Zuhören und damit Achtsamkeit schulen, entführte zum Abschluss des Tages Viktor Ziegler die Teilnehmer/innen in die Buch-Welt seines Romans „Unsichtbare Wegbegleiter“.     

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